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Chinesische Rhetorik oder "Lehre vom Zurechtlegen der Worte"
   

10. Wanqu 婉曲 "Krümmen"

Das "Wanqu" ist das Zurechtlegen der Worte derart, dass sie den Gegenstand nur umschreiben oder andeuten, ihn aber nicht direkt bezeichnen.

Beispiele

Klassisches Chinesisch
"你在尋什麼?" "尋找我 頰邊失落的顏色."
"Ni zai xun shenme?" "Xunzhao wo jiabian shiluo de yanse."
"Was suchst du?" "Ich suche die verlorenen Farben meiner Wangen."
Quelle: Zhang Xiuya "Kindheitsgedanken", siehe Xiucixue S. 128
Modernes Chinesisch
小孩子上山就得採花; 到海邊就得檢貝殼, 書袋子進圖書館想撈新智慧 -- 出門人到了巴黎就想 ...
Xiao haizi shang shan jiu dei cai hua; dao haibian jiu dei jian beike, shudaizi jin tushuguan xiang lao xin zhihui - chumenren dao le Bali jiu xiang ...
Wenn Kinder auf die Berge gehen, müssen sie Blumen pflücken; am Strand müssen sie Muscheln sammeln; Büchernarren gehen in die Bibliotheken und wollen sich neues Wissen herausfischen - Leute, welche das Heim verlassen und nach Paris fahren, möchten ...
Quelle: Xu Zhimo "Pariser Fragmente", siehe Xiucixue S. 128

Erinnert an ...

  • "Tropus"
  • "Trope"
  • "Anspielung"
  • "Umschreibung"
  • "Mitverstehen"
  • "Euphemismus"
  • "Aposiopese"

Genaue Erläuterungen/Gebrauchsregeln

In Xiucixue S. 125ff.